Der Apothekerberuf
Von Heinrich Ludwig (Heimatdichter)
Apotheker
Als Gott, der Herr, die Erde schuf, dachte er auch an den Apothekerberuf,
doch dazu brauch ich - rief er - irgendwie, ein wahres Universalgenie,
denn der sollte, bis ins Gebein, mehr als ein halber Doktor sein,
dazu Alleskönner, Psychologe, Homöopath, Meteorologe, Kinderfreund und Kriminologe,
für Krankengeschichten ein geduldiges Ohr, für Hilfesuchende ein offenes Tor,
Fachberater von hoher Kompetenz, mit immer steigender Tendenz,
Giftverwahrer, Mensch mit Herz, Telefonseelsorger, Tröster mit Schmerz,
und dazu, um Gottes Willen, täglich neue Pillen,
Unternehmer in schwieriger Zeit, Ärger mit Reformwürdigkeit,
klar, dass ein solcher klagt, und fragt, heute und hier: "Wer hilft denn eigentlich mir?"
Die Antwort kennt er ohne Spott:
Sei`s drum, im Falle eines Falles, für Kranke tut er alles!
Und dies gilt, schon immer und sogleich, auch für alle Damen im Apothekerbereich.
 

Kalk
Bei einem Apotheker lief es toll-, der hatte täglich den Laden voll,
drum stellte ein Freund ihm die Frage, nach dem Erfolgsrezept aller Tage.
Da meinte der Apotheker: "Ich will es beschreiben, doch es muß mein Geheimnis bleiben.
Meine Kunden, ob alt oder jung, bleiben deshalb gut im Schwung,
weil, sie schlucken nicht, ob eckig oder rund, diese Pharma Pillen - und bleiben gesund,
statt dessen verkauf ich ihnen, um sie zu retten, ganz einfach simple Kalktabletten,
indes, das ist der Witz von dieser G'schicht, die wissen das nicht!
Indes, darauf kann ich pochen, Kalk ist sogar gut für die Knochen,
Und Nebenwirkungen, Sie wissen was ich meine, gibt es da auch keine!"
"Trotzdem", meinte der Mann ohne Respekt, "ist das Alles nicht korrekt,
denn Sie verlangen, für Ihren Kalk, ich wette, so viel wie eine Originaltablette!"
"Nie!" rief der Menschenfreund mit stolzem Bauch, "wissen Sie, wieviel Nachtstunden ich brauch,
um - keiner soll lauschen - die vielen Tabletten umzutauschen,
mach ich meine Rechnung auf, dann zahl ich dreifach drauf,
bei diesen unbezahlten Überstunden, komm ich finanziell nie über die Runden,
ich bin halt, ein Idealist, wie du keiner bist."
"Na schön": meinte der Freund zum Schluß, was ich noch wissen muß,
was nehmen Sie, wenn es Ihnen jämmerlich geht, wenn sich im Kopfe alles dreht?"
"Naja" meinte der, wenn ich erledigt bin, schlucke ich Aspirin!"

 
Adler Apotheke
Als der ehemalige Landesherr, um 1747, dazumal,
in einem lieblichen Tal
an der vollen Tafel saß, gebackene Hähnchen aß,
erzählte sein Leibarzt Geschichten. Konnte über einen genialen Mann berichten,
einem aus Dinkelsbühl, in Franken, einem großen Helfer für die Kranken.
Der riß die dortige "Lammwirtschaft" ab, in aller Schnelle, und baute eine Apotheke an jene Stelle,
seither war er, mit Herz und Hand, ein Wohltäter im ganzen Land,
mit seinen Kräutern und Pillen, konnt er die gröbsten Schmerzen stillen.
Da rief der Landesherr: "Das macht Mut, es ist für die Untertanen gut,
und meine Soldaten, werden fit für neue Taten!"
Drum soll der Apotheker, hast du's vernommen, den "Goldenen Adlerorden" bekommen,
doch den trägt ein solcher nur, weil von Eitelkeit keine Spur,
drinnen im Haus, ich kenn mich da aus,
drum kriegt er den Orden, nicht schade, auch ganz groß für die Hausfassade,
dann weiß ein jeder Mann, daß nur hier der Berühmte wohnen kann,
der Hausadler kann auch auf der Weltkugel sitzen, und in der Sonne schwitzen.
Da fiel dem Medikus noch ein: "Eine lmmakulata sollte auch am Hause sein,
die unbefleckte Maria, gearbeitet fein, könnte die Hausfigur sein".
Der Goldene Adler, der das Haus noch schmückt, hat seitdem die Apotheker ins rechte Licht gerückt,
der derzeitige kennt sich wie kaum ein anderer aus - es ist kein anderer als der Apotheker Klaus.
 
Wunderheilung
Eine Dame, egal der Name,
fühlte sich ausgeschmiert, sie hatte schon 20 Ärzte konsultiert,
um sie von ihren bösen Dauerschmerzen zu erlösen,
doch man glaubt es nicht, ein Erfolg war in Sicht !
In der Adler-Apotheke, beim Klaus, schüttete sie ihre Probleme aus,
und wollte, mit bitterem Herzen, eine Medizin gegen ihre Schmerzen,
da gab ihr der Apotheker Klaus, eine Flasche mit nach Haus,
und rief:" Nehmen sie-hau ruck, jeden Abend einen kräftigen Schluck."
Nach 8 Tagen kam die Dame geeilt und rief:" Ich bin geheilt,
was ist denn das für ein Trank ? Ich bin nicht mehr krank."
" Tja ", sagte der Klaus, mit stolzem Gebein, das ist unser Apotheker-Wein. "
Adler Apotheke Dinkelsbühl - Klaus Milz - Ledermarkt 6 - 91550 Dinkelsbühl - Tel. 09851/9522